Tourenplan - Autotouren
Route 4
Die Tour der Gegensätze, Zwischen Himmel und Höhle
Böhmenkirch - Heubach - Barthoholmä -
Wental - Steinheim - Böhmenkirch
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Wegbeschreibung
Die Tour beginnt in Böhmenkirch. Gleich außerhalb des Ortes in
Fahrtrichtung Bartholomä steht, von alten Linden und Tannen
umgeben, die St.-Patriz- Kapelle. Diese kleine, idyllisch gelegene
Kirche mit ihren beachtenswerten Glasfenstern im Chor ist das Ziel
vieler Wanderer. Maiandachten und Hochzeiten zeugen von ihrer
großen Beliebtheit.
Die Straße der Staufer geht durch den
Ort Heidhöfe. Von dort aus bieten sich
Radwanderungen über die herrliche,
von Tälern und Hügeln durchzogene
Albhochfläche an.
Nach der Ortseinfahrt in Heubach führt
rechts eine Seitenstraße zum Rosenstein
hinauf. Dort lassen sich zu Fuß die Ruine
Rosenstein, das "Finstere Loch" und die
Ruine Lauterburg erkunden. Vom oberen
Parkplatz aus sind es nur ein paar
Minuten zur Ruine Rosenstein. Die Burg,
der Heubach seine Gründung verdankt,
wurde um 1070 erbaut und soll uneinne- |  |
hmbar gewesen sein. Im Mittel- alter haben Raubritter in ihr gehaust
und sind von dort aus zu ihren Raubzügen losgezogen.
Heute ist die Burg mit ihrer Wald- schenke ein beliebtes
Ausflugsziel. Seit Jahren treffen sich Kletterer aus nah und fern am
Rosenstein, um an den einzementierten Haken die Felsen zu
bezwingen. Im Sommer ist die Bergwacht an Wochenenden und
Feiertagen präsent.
Östlich der Burg Rosenstein sind die Überreste der Lauterburg zu
finden. Die Burg wurde erstmals 1128 er- wähnt. Sie galt als eine
der zentralen Burgen zum Schutz des staufischen Besitzes an der
Ries-Rems-Achse. 1732 fiel sie einem Brand zum Opfer und wurde
nicht wieder instand gesetzt.
In dieser Richtung befindet sich auch eine Gruppe von Höhlen. Das
"Finstere Loch", die längste der in diesem Gebiet zu findenden
Höhlen, führt rund 100 m tief in den Berg und ist teilweise begehbar.
Eindrucksvoll sind auch die Höhlen "Große Scheuer", "Kleine
Scheuer" und "Großes Haus".
Zurück auf der Straße der Staufer führt bald ein Sträßchen nach
links ins Beurener Tal. Vom Parkplatz aus bietet sich eine
Wanderung zur Teufelsklinge an. Vom gegenüber- liegenden
Rosenstein soll einst der Satan versucht haben, Christus zu
verführen, indem er ihm die Herrlichkeiten der Erde gezeigt hat.
Daraufhin, so die Sage, sei er vom Herrn die Teufelsklinge
hinabgestoßen worden. Mit zwei Schritten ging Christus dann vom
Rosenstein auf den Scheuelberg und von dort ins Himmelreich, wie
die Hochebene bei Heubach genannt wird. Der Fußabdruck am
Scheuelberg ist noch immer zu sehen. Das Wasser, das sich darin
sammelte, gebrauchte man früher zur Heilung kranker Augen.
In Heubach selbst bietet sich der Besuch des Miedermuseums im
Heubacher Rathaus an. Dort kann z. B. die Geschichte des Mieders
nachvollzogen werden. Dann geht es weiter durch die Gärtnerdörfer
Heubach-Lautern und Essingen- Lauterburg, die gerade im Sommer
- im wahrsten Sinne des Wortes - "blühende" Orte sind.
Die Straße der Staufer führt nach Bartholomä, einem gastlichen Ort,
der inmitten unterschiedlichster Landschaften liegt: In der weit-
läufigen Umgebung sind Wacholderheiden, das Naturschutzgebiet
Weiherwiesen mit seinen Hochmooren, schattige Wälder, tiefe
Trockentäler aus der Urzeit und eine artenreiche Flora mit Kräutern
und seltenen Pflanzen zu finden. Die große Vielfalt an Freizeit- und
Erholungsmöglichkeiten ist offensichtlich.
Ein Besuch des Sport- und Bildungszentrums des Schwäbischen
Turnerbunds bietet Spiel, Sport und Spaß auf vielfältige Weise. Alle
2 Jahre findet in Bartholomä der "Rosstag" statt. Dieses
Fuhrmannstreffen ist eine besondere Attraktion, bei dem herrlich
geschmückte Pferdegespanne und eine Pferdeschau zu sehen sind.
Die Hauptattraktion dieser Route liegt zwischen Bartholomä und
Steinheim: das Wental mit seinen Felsformationen. Hier ist Wandern
und Rasten ein besonderes Erlebnis. Ausgedehnte Wälder,
Wacholderheiden und bizarre Felsen verleihen dieser Landschaft
etwas Mystisches. Unzählige Volkssagen und Legenden ranken sich
um diese Gegend. Die bekannteste handelt vom "Wentalweible",
einer Krämerin, die zu Hungerszeiten ihre gehamsterten Waren nicht
nur zu wucherischen Preisen feilbot, sondern auch noch Maß und
Gewicht fälschte. Als der Schwindel aufflog, wurde sie bitter bestraft
und stürzte sich aus Reue von einem Felsen. In stürmischen
Nächten klingt noch heute ihre Klage durch das Wental. Ihr Gesicht
ist an einem Felsen zu erkennen - finden Sie es?
Wissenschaftlich fundiert ist da- gegen die Entstehung des letzten
Ortes dieser Route: Vor 15 Millionen Jahren entstand durch einen
Meteoriteneinschlag das Steinheimer Becken. Es ist der
besterhaltene Meteorkrater mit Zentralkegel der Welt. Das
Meteorkratermuseum im Ortsteil Sontheim zeigt Ausgrabungen aus
dem Becken. Dort kann auch die Entstehung und Erforschung des
Kraters nachvollzogen werden. Übrigens: Nach Anmeldung können
Hobby-Geologen im Steinheimer Becken selbst nach Fossilien
graben.
Die Tour führt von Sontheim zu- rück nach Böhmenkirch, dem
Ausgangspunkt dieser Route.
Links
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