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Tourenplan - Autotouren


Route 2
Die Tour der Kaiser, Berge, Burgen und Gebete


Hohenstaufen - Lorch - Schwäbisch-Gmünd - (Hornberg und Kaltes Feld) -
Donzdorf - Ottenbach - Hohenstaufen



Wegbeschreibung

Diese Tour beginnt, wo die erste endet: auf dem Berg Hohenstaufen.
Er bildet mit dem Rechberg und dem Stuifen die Triade der Drei-
Kaiser-Berge, die sich stolz über das Stauferland erheben.

Die Strecke führt nach Norden über Maitis
zum Wäscherschloss, der Wiege der
Staufer, das bei Wäschenbeuren liegt
(vgl. Route 1).

Von Wäschenbeuren geht es auf der
Straße der Staufer durch den Wald hinab
nach Lorch. Auf der gegenüberliegenden
Seite des Remstals liegt das ehemalige
Kloster Lorch. Der Weg dorthin führt
durch Lorch hindurch in Richtung Schw-
äbisch Gmünd. Das im Jahr 1102 erstmals
erwähnte Benediktinerkloster Lorch wurde
wohl als Stiftung des schwäbischen Herzogs
Friedrich I. von Staufen als Grablege der
Staufer errichtet. Es war lange Zeit der
geistliche Mittelpunkt des Stauferhauses.
In der Klosterkirche befindet sich das
Grab der Königin Irene Maria von Byzanz
und im Kapitelsaal des Klosters kann das
Staufer-Rundbild, ein Monumentalgemälde
des Lorcher Künstlers Hans Kloss
besichtigt werden. Seit 1947 befindet
sich in einem Teil des Klosters ein
Alten- und Pflegeheim.


Nordöstlich des Klosters verlief einst der Limes, die Grenze des
römischen Weltreiches. Direkt neben dem Kloster erinnert ein
rekonstruierter römischer Wachtturm an diese Zeit vor rund 1800
Jahren.

Wieder im Tal angelangt führt die Stra8e der Staufer auf der Neben-
strecke nach Schwäbisch Gmünd. Schwäbisch Gmünd ist die älteste
bezeugte mittelalterliche Stadtgründung in Württemberg. Als ersten
Marktort in Schwaben erhob König Konrad III. Gmünd in der ersten
Hälfte des 12. Jahrhunderts zur Stadt.
Noch heute liefert Schwäbisch Gmünd ein eindrucksvolles Zeugnis
mittelalterlicher Stadtarchitektur: Reichsstädtische Türme und weite
Teile der staufischen Stadtanlage sind bis heute erhalten geblieben.
Die Johannis-Kirche im Stadtkern wurde zwischen 1210 und 1250 er-
baut und ist an den Außenmauern mit bizarrem plastischem Schmuck
verziert. Viele sagen, die Kirche habe den schönsten romanischen
Kirchturm in Schwaben.
Schon zuvor stand an dieser Stelle eine Kirche. Der Sage nach soll
ein Jäger genau hier einen Hirsch erlegt haben, der den verlorenen
Trauring der Gemahlin von Herzog Friedrich I. am Geweih trug. Zum
Dank für diese göttliche Fügung ließ dieser an diesem Ort eine Kapelle
erbauen. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich die älteste
Hallenkirche Süddeutschlands, das zwischen 1310 und 1410 erbaute
gotische Heilig-Kreuz-Münster. Der Baumeister Heinrich Parler ersetzte
an dieser Stelle eine kleinere, nicht vollendete romanische Pfarrkirche.
Sie stammte aus dem 12. Jahrhundert und wurde während des Baus
des Heilig-Kreuz-Münsters noch weiter benutzt. Ihre beiden Chortürme
wurden dabei in den Neubau integriert. Bei Renovierungsarbeiten im
Jahr 1497 stürzten die Türme ein und wurden danach nicht wieder
aufgebaut.
Die Glocken befinden sich seither im Glockenturm neben dem Münster.
Seit einigen Jahren werden im Münster im Rahmen der Festwochen
"Europäische Kirchenmusik" Konzerte aufgeführt, die Besucher aus aller
Welt in ihren Bann ziehen. Eine weitere faszinierende Kirche ist die
St.-Salvator-Kapelle. Die Wallfahrtsstätte mit ihrer Ober- und Unterkapelle
wurde im 17. Jahrhundert aus bereits vorhandenen Höhlen geschaffen.
Sie befindet sich hinter dem Bahnhof.

Von Schwäbisch Gmünd aus bietet sich ein Abstecher zum Hornberg
und zum Kalten Feld an. Man gelangt dorthin, indem man die Straße
der Staufer in Richtung Unterbettringen / Degenfeld verlässt. Auf
dem Hornberg, östlich des Stuifen, befindet sich der wohl
bekannteste Segelflugplatz Baden- Württembergs. Interessierte
können hier einen Flieger- Schnupperkurs über ein Wochenende
absolvieren. Vom Hornberg aus besteht die Möglichkeit, auf das
Hochplateau "Kaltes Feld" hinaufzuwandern und von dort aus
Degenfeld besuchen. Nicht weit vom Kalten Feld, im Westen, steht
die Reiterles-Kapelle. Die kleine, unscheinbare Kapelle erreicht
man, indem man von Unterbettringen über Waldstetten nach
Tannweiler fährt und die letzten Meter hinauf- geht. Von dort oben ist
ein faszinierender Ausblick auf die Gegend des Rems- und
Christentals gewiß.

Zurück in Schwäbisch Gmünd führt die Straße der Staufer auf den
Rechberg zu. Auf der höheren der beiden Kuppen des Berges
befindet sich die Wallfahrtskirche Hohenrechberg, auf der
niedrigeren die Ruine Hohenrechberg. Beide sind zu Fuß zu er-
reichen.
Die zum Ende des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnte Burg bildete
zur Stauferzeit einen wichtigen Teil des Befestigungsringes, der sich
um die Burg Hohenstaufen zog. Wie viele andere staufische Burgen
wurde sie nach dem Vorbild des salomonischen Tempels in
Jerusalem in der Buckel- quader-Bauweise erbaut. Auf diese Weise
sollte der weltliche wie auch der geistliche Herrschaftsanspruch
dokumentiert werden. Nachdem die Burg allen Kriegen trotzte,
brannte sie 1865 nach einem Blitzschlag nieder.

Die 1686 erbaute Wallfahrtskirche Hohenrechberg befindet sich
ganz oben auf dem Rechberg. Sie bildet mit der Ruine zusammen
ein harmonisches Ensemble aus Landschaft, Historie und Kunst.
Zweifelsohne begeistert der herrliche Ausblick, der sich dem
Besucher vom Rechberg bietet. Die Anlage ist mit einer Gaststätte
ausgestattet, die eine Einkehr ermöglicht.
Auf der Straße der Staufer in Richtung Donzdorf ist zur Linken der
Stuifen zu sehen. Er ist der höchste der Drei-Kaiser-Berge, blieb
jedoch unbesiedelt. Auf der B 466 führt die Route weiter durch
Donzdorf (vgl. Route 3). In Süßen biegt man rechts in Richtung
Ottenbach ab und kann die Gelegenheit nutzen, von Salach aus die
Ruine Scharfeneck zu besuchen (vgl. ebenfalls Route 3).

Weiter geht es nach Ottenbach, durch eine traumhafte
Hügellandschaft, die an Italien erinnert. Nicht von ungefähr wird
diese Gegend die "Toskana des Stauferlandes" genannt.

Die Straße der Staufer führt damit zurück zum Ausgangspunkt, dem
Hohenstaufen.

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