Stauferland

 

Tour der Erlebnisse: Sagen und Naturgewalten

Giengen / Brenz - Brenz - Niederstotzingen - Charlottenhöhle - Eselsburger Tal - Giengen / Brenz

Route 6Wegbeschreibung

Startpunkt ist die reizende Innenstadt von Giengen an der Brenz. Lange Zeit war die Stadt das Zentrum des Stauferbesitzes im Brenztal. Weithin sichtbar ist das Wahrzeichen der Stadt, die Stadtkirche mit ihren beiden ungleichen Türmen. Der rot gedeckte Bläserturm stand ursprünglich frei und wurde erst beim Umbau der romanischen Pfeilerbasilika mit dieser verbunden. Seit dem Wiederaufbau nach dem Stadtbrand 1634 vereint sie Stilelemente, die bis ins 20. Jahrhundert reichen. Im Inneren der Kirche sind vor allem die Juqendstilorgel und die Grabplatten im Chor der Stadtkirche beachtenswert.

Von Giengen aus begann der Siegeszug der Steiff-Spielzeuge. Auf 2400 m2 breitet das Steiff Museum seine Traumwelt aus Kuscheltieren aus.

Die Straße der Staufer führt in Richtung Niederstotzingen. Noch vor Hermaringen liegt auf der rechten Seite die Ruine Güssenburg, eine ehemalige Ritterburg.

In Brenz liegt auf einer leichten Anhöhe die romanische St.-Gallus-Kirche. Dieser sehenswerte Sakralbau ist ein hervorragendes Zeugnis schwäbischer Spätromantik. Der älteste Bauteil ist das Westwerk, das aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammt. Es stammt aus der Zeit, zu der Brenz als Teil der Mitgift Adelas von Vohburg an Kaiser Barbarossa fiel. Der Rechteckturm und die flankierenden Rundtürme lassen architektonische Anlehnungen an die Klosterkirche in Lorch erkennen. Beachtenswert sind die Bogenfriese und die ebenso phantastischen wie geheimnisvollen Darstellungen von Tieren, Menschen und Fabelwesen an den Außenfronten. Die St.-Gallus-Kirche ist wahrscheinlich die älteste der sogenannten Schwäbischen Schmuckkirchen und Vorbild für andere beeindruckende romanische Kirchen- bauten wie die Johannis-Kirche in Schwäbisch Gmünd und die Basilika in Faurndau. Gleich nebenan erstrahlt Schloß Brenz im Renaissancestil in neuem Glanz.

Von Brenz aus geht es über Niederstotzingen weiter nach Oberstotzingen. Das 1608 erbaute Renaissance-Wasserschloss geht auf eine Burganlage aus dem 13. Jahrhundert zurück. Vorbei geht's an der Vogelherdhöhle, wo 2013 der Archäopark seine Pforten öffnet und den ältesten Kunstwerken der Menschheitsgeschichte Raum gibt.

Am Ortseingang Bissingen steht zur Rechten die St.-Leonhard-Kapelle. Um das Jahr 1400 erbaut, diente sie den Schäfern als Ort des Gebets und der Andacht. Später wurde sie als Leichenhaus für Selbstmörder und ab 1840 als Armenhaus verwendet.

Die Straße der Staufer führt unter der Autobahn hindurch und dann auf Herbrechtingen zu, Bald bietet sich die Möglichkeit, nach Hürben abzubiegen und die Charlottenhöhle zu besuchen.

Route 6Sie ist eine der schönsten und mit 587 m auch eine der längsten Schauhöhlen Süddeutschlands. In jahrtausendelanger Arbeit hat Wasser den Weg durch das Gestein gewaschen und eine wunderbare Welt geschaffen. Unterhalb der Charlottenhöhle breitet sich die Höhlen-Erlebnis-Welt mit Höhlenhaus, Erlebnisspielplatz und dem interaktiven Museum Höhle, Mensch, Natur aus.

Nicht weit von hier, im alten Rathaus in Hürben, befindet sich das Stadtmuseum. Attraktiv präsentiert sind altsteinzeitliche Funde aus den Eiszeithöhlen des Brenz- und Lonetals, jungsteinzeitliche Werkzeuge, keltische Gebrauchsgegenstände und römische Einzelfunde. Nur einen Katzensprung entfernt dreht sich wieder das Mühlrad der Alten Mühle Burgberg. Hürben ist außerdem ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Streifzüge durch das reizvolle Lonetal und das Eselsburger Tal mit seinen sagenumwobenen "Steinernen Jungfrauen".

Zurück auf der Straße der Staufer in Richtung Herbrechtingen ist auf der linken Seite schon nach wenigen Metern das Eselsburger Tal zu sehen. Dicht überwuchert stehen die Überreste der Eselsburg auf der Ebene und blicken hinab ins Tal. Am besten parkt man am oberen Parkplatz und durchwandert das Tal über die Burg Falkenstein bis zum Talausgang am Kloster Anhausen. Der Sage nach gründete Georg von Falkenstein aus Sühne das Kloster, nach- dem sein Vater ihm die Ermordung seines Freundes gestanden hatte, der wie er selbst um Georgs Mutter warb. Nachgewiesen ist, dass das Kloster 1125 gegründet wurde und die Stifter reiche Verwandte der Staufer waren.

Der rechte Arm des Eselsburger Tals führt zu bizarren Felslandschaften. Die Brenz zieht sich durch dieses Hochtal, das mit seiner urwüchsigen Flur und den Felsformationen rund um die "Steinernen Jungfrauen" bis weit über das Brenztal hinaus bekannt ist. Der Sage nach lebte auf der Eselsburg einst ein hübsches, aber hartherziges Fräulein, dem kein Freier gut genug war. Als nach Jahren keiner mehr um sie warb, begann sie die Männer zu hassen. Ihren Mägden untersagte sie jeglichen Umgang mit ihnen. Doch die vergnügten sich insgeheim mit den jungen Fischern am Fluss Darüber war das Burgfräulein so erbost, dass sie ihre Mägde mit den Worten "Werdet zu Stein" verfluchte. Die beiden erstarrten bei ihrer Flucht. Noch in derselben Nacht brannte die Eselsburg vom Blitz getroffen nieder und das Burgfräulein starb.

Nach dem Besuch des "sagenhaften" Eselsburger Tals führt die Route über Herbrechtingen zum Ausgangspunkt Giengen zurück.