Stauferland

 

Tour der Herrscher: Ritter, Römer und Ruinen

Heidenheim - Steinheim - Königsbronn - Nattheim - Dischingen - Neresheim - Heidenheim

Route 5Wegbeschreibung

Die Route beginnt in Heidenheim am Schloss Hellenstein, das hoch über der Stadt thront. Die staufische Burg wurde vermutlich um 1120/30 erbaut und fiel 1530 einer Brandkatastrophe zum Opfer. Sie wurde von den Herzogen von Württemberg als Schloss Hellenstein wieder aufgebaut.
In der ehemaligen Schlosskirche, Obervogtei, Burgvogtei und im Altanbau befindet sich heute das Museum Schloss Hellenstein, das über seine Rolle als Heimatmuseum hinaus mehrere Spezialsammlungen beherbergt. Aus den wuchtigen Gewölben des früheren Marstalls wurde ein stilvoller Festsaal, den die Stadt für Empfänge, Kleinkunst und Musik nutzt.

Das markante Gebäude gegenüber, der Fruchtkasten, entstand Mitte des 15. Jahrhunderts und diente als Sammelstelle für Naturalabgaben. Heute beherbergt es das Museum für Kutschen, Chaisen und Karren, das die Geschichte des Landverkehrs bis zur Erfindung des Automobils dokumentiert und mit dem Europäischen Museumspreis ausgezeichnet wurde.

Im Westteil der Schlossanlage sind noch Überreste der ursprünglichen Burg vorhanden. Inmitten des typischen Buckelquader-Mauerwerks findet im ehemaligen Rittersaal der kulturelle Höhepunkt des Heidenheimer Veranstaltungskalenders statt: die Opernfestspiele. In eigenen Produktionen werden berühmte Opern mit namhaften Solisten als Freilichtaufführungen in malerischer Kulisse inszeniert. Mit dem Congress Centrum und dem Vier-Sterne-Superior-Hotel ist auf dem Heidenheimer Schlossberg eine moderne, mit allen Finessen ausgestattete Anlage für Kongresse, Tagungen und Events entstanden.

Die Route führt nach Norden hinunter ins Tal. Auf der B 466 geht es ein kurzes Stück in Richtung Schwäbisch Gmünd und dann in Richtung Heubach durch das Steinheimer Becken, das durch einen Meteoriteneinschlag entstand (vgl. Route 4). Nach einigen Kilometern stößt der Weg auf die Straße der Staufer, die nach rechts in Richtung Zang führt.

Die Strecke führt durch Zang, einen beschaulichen, gastlichen Ort hindurch und auf Königsbronn zu. Dort, unweit der Europäischen Wasserscheide, entspringt direkt neben dem barocken Rathaus die Brenz. Ihr Quellwasser tritt unter einer steil aufragenden Felswand hervor und sammelt sich in einem Becken, um sich dann durch das enge Tal nach Süden zur Donau zu winden.

Der Weg zur Ruine Herwartstein führt am Rathaus vorbei und wenig später einen Weg steil den Berg hinauf. Die Ruine liegt ganz oben im Wald versteckt mit Blick auf Königsbronn. Dank ihrer hervorragenden Lage konnte von hier der bequeme und deshalb wichtige Albübergang an einer besonders engen Stelle gesperrt werden. Der Burggraben stammt etwa aus dem 7. oder 8. Jahrhundert, die Burg selbst aus dem 12. Jahrhundert. Nachdem sie vielen Belagerungen getrotzt hatte, wurde sie später wahrscheinlich als Steinbruch benutzt und nach und nach abgetragen.

Zurück in Königsbronn führt die Straße der Staufer auf der B 19 in Richtung Heidenheim. Nach Schnaitheim zweigt sie nach links ab und führt - unter der A 7 hindurch - auf Nattheim zu.

Von hier aus bietet sich die Möglichkeit, die Route um einen interessanten Ausflug durch das Härtsfeld zu verlängern. Weite Wachholderheiden und die mediterrane Vegetation machen die außergewöhnliche Atmosphäre des Härtsfelds zu einem besonderen Erlebnis. Seltene Wildorchideen und Silberdisteln sind hier zu sehen. Dazwischen bedeutende Bauwerke wie das Schloss Taxis oberhalb von Dischingen. Das weitläufige Schloss mit seinem prächtigen Hofgarten ist die Sommerresidenz der Fürsten von Thurn und Taxis. Herrliche alte Kastanienalleen führen von allen Seiten dorthin.
Die Straße führt weiter nach Norden bis Katzenstein. Die gleichnamige Burg aus dem 11. Jahrhundert verkörpert den Idealtyp einer mittelalterlichen Stauferburg. Sie bietet heute Gastronomie- und Übernachtungsmöglichkeiten und die zahlreichen Märkte locken Besucher aus Nah und Fern. Die Kalksteinquader am Sockel des Katzenturms stehen im zeitlichen und stilistischen Gegensatz zu den staufischen Buckelquader-Mauern am Schaft des Burgfrieds.

In Neresheim befindet sich die "Krone" des Härtsfelds, das Kloster Neresheim. In seiner bewegten Vergangenheit musste es mehrfach Brand und Raub über sich ergehen lassen, bis Neresheim nach 500-jährigem Rechtsstreit 1764 reichsfrei wurde und damit auch Frieden in das Kloster einzog. Die weltberühmte Klosterkirche von Balthasar Neumann wurde zwischen 1750 und 1770 an Stelle des romanischen Vorgängerbaus errichtet.
Beeindruckende Deckenfresken von Martin Knoller machen sie zu einem einzigartigen Kunstwerk. Ihre kunsthistorische Bedeutung lässt sich auch daran ermessen, dass sie auf dem 50-DM-Schein abgebildet wurde.

Wieder in Nattheim führt der Weg über Oggenhausen zurück nach Heidenheim. Archäologische Funde belegen, dass die Stadt in den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Die staufische Stadtanlage mit ihrem Straßenmarkt ist in ihren wesentlichen Grundzügen unverändert erhalten. Doch auch die Römer haben Spuren hinterlassen: Das Museum im Römerbad zeigt mit imposanten Gebäudeüberresten aus der römischen Besatzungszeit, originalen Fundstücken und Nachbildungen einen Querschnitt durch die römische Vergangenheit Heidenheims.

Die Route endet am Ausgangspunkt Schloss Hellenstein. Der Freizeitpark hinter dem Naturtheater, das seit über 75 Jahren Bühne für eigene Theaterproduktionen ist, beherbergt einen Wildtierpark mit 200 Hektar Tiergehegen, der als Ausklang zur Erholung einlädt.