Stauferland

 

Tour der Kaiser: Berge, Burgen und Gebete

Hohenstaufen - Lorch - Schwäbisch-Gmünd - (Hornberg und Kaltes Feld) - Donzdorf - Ottenbach - Hohenstaufen

Route 2Wegbeschreibung

Diese Tour beginnt, wo die erste endet: auf dem Berg Hohenstaufen. Er bildet mit dem Rechberg und dem Stuifen die Triade der Drei- Kaiser-Berge, die sich stolz über das Stauferland erheben.

Die Strecke führt nach Norden über Maitis zum Wäscherschloss, der Wiege der Staufer, das bei Wäschenbeuren liegt (vgl. Route 1).

Von Wäschenbeuren geht es auf der Straße der Staufer durch den Wald hinab nach Lorch. Auf der gegenüberliegenden Seite des Remstals liegt das ehemalige Kloster Lorch. Der Weg dorthin führt durch Lorch hindurch in Richtung Schwäbisch Gmünd. Das im Jahr 1102 erstmals erwähnte Benediktinerkloster Lorch wurde wohl als Stiftung des schwäbischen Herzogs Friedrich I. von Staufen als Grablege der Staufer errichtet. Es war lange Zeit der geistliche Mittelpunkt des Stauferhauses. In der Klosterkirche befindet sich das Grab der Königin Irene Maria von Byzanz und im Kapitelsaal des Klosters kann das Staufer-Rundbild, ein Monumentalgemälde des Lorcher Künstlers Hans Kloss besichtigt werden. Außerdem befindet sich beim Kloster die Stauferfalknerei.

Nordöstlich des Klosters verlief einst der Limes, die Grenze des römischen Weltreiches. Direkt neben dem Kloster erinnert ein rekonstruierter römischer Wachtturm an diese Zeit vor rund 1800 Jahren.

Wieder im Tal angelangt führt die Stra8e der Staufer auf der Nebenstrecke nach Schwäbisch Gmünd. Schwäbisch Gmünd ist die älteste bezeugte mittelalterliche Stadtgründung in Württemberg. Als ersten Marktort in Schwaben erhob König Konrad III. Gmünd in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts zur Stadt.
Noch heute liefert Schwäbisch Gmünd ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlicher Stadtarchitektur: Reichsstädtische Türme und weite Teile der staufischen Stadtanlage sind bis heute erhalten geblieben. Die Johannis-Kirche im Stadtkern wurde zwischen 1210 und 1250 erbaut und ist an den Außenmauern mit bizarrem plastischem Schmuck verziert. Viele sagen, die Kirche habe den schönsten romanischen Kirchturm in Schwaben.
Schon zuvor stand an dieser Stelle eine Kirche. Der Sage nach soll ein Jäger genau hier einen Hirsch erlegt haben, der den verlorenen Trauring der Gemahlin von Herzog Friedrich I. am Geweih trug. Zum Dank für diese göttliche Fügung ließ dieser an diesem Ort eine Kapelle erbauen. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich die älteste Hallenkirche Süddeutschlands, das zwischen 1310 und 1410 erbaute gotische Heilig-Kreuz-Münster. Der Baumeister Heinrich Parler ersetzte an dieser Stelle eine kleinere, nicht vollendete romanische Pfarrkirche. Sie stammte aus dem 12. Jahrhundert und wurde während des Baus des Heilig-Kreuz-Münsters noch weiter benutzt. Ihre beiden Chortürme wurden dabei in den Neubau integriert. Bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1497 stürzten die Türme ein und wurden danach nicht wiederaufgebaut.

Route 2Die Glocken befinden sich seither im Glockenturm neben dem Münster. Seit einigen Jahren werden im Münster im Rahmen der Festwochen "Europäische Kirchenmusik" Konzerte aufgeführt, die Besucher aus aller Welt in ihren Bann ziehen. Eine weitere faszinierende Kirche ist die St.-Salvator-Kapelle. Die Wallfahrtsstätte mit ihrer Ober- und Unterkapelle wurde im 17. Jahrhundert aus bereits vorhandenen Höhlen geschaffen. Sie befindet sich hinter dem Bahnhof.

Von Schwäbisch Gmünd aus bietet sich ein Abstecher zum Hornberg und zum Kalten Feld an. Man gelangt dorthin, indem man die Straße der Staufer in Richtung Unterbettringen / Degenfeld verlässt. Auf dem Hornberg, östlich des Stuifen, befindet sich der wohl bekannteste Segelflugplatz Baden-Württembergs. Interessierte können hier einen Flieger-Schnupperkurs über ein Wochenende absolvieren. Vom Hornberg aus besteht die Möglichkeit, auf das Hochplateau "Kaltes Feld" hinaufzuwandern und von dort aus Degenfeld besuchen. Nicht weit vom Kalten Feld, im Westen, steht die Reiterles-Kapelle. Die kleine, unscheinbare Kapelle erreicht man, indem man von Unterbettringen über Waldstetten nach Tannweiler fährt und die letzten Meter hinaufgeht. Von dort oben ist ein faszinierender Ausblick auf die Gegend des Rems- und Christentals gewiß.

Zurück in Schwäbisch Gmünd führt die Straße der Staufer auf den Rechberg zu. Auf der höheren der beiden Kuppen des Berges befindet sich die Wallfahrtskirche Hohenrechberg, auf der niedrigeren die Ruine Hohenrechberg. Beide sind zu Fuß zu erreichen.
Die zum Ende des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnte Burg bildete zur Stauferzeit einen wichtigen Teil des Befestigungsringes, der sich um die Burg Hohenstaufen zog. Wie viele andere staufische Burgen wurde sie nach dem Vorbild des salomonischen Tempels in Jerusalem in der Buckelquader-Bauweise erbaut. Auf diese Weise sollte der weltliche wie auch der geistliche Herrschaftsanspruch dokumentiert werden. Nachdem die Burg allen Kriegen trotzte, brannte sie 1865 nach einem Blitzschlag nieder.

Die 1686 erbaute Wallfahrtskirche Hohenrechberg befindet sich ganz oben auf dem Rechberg. Sie bildet mit der Ruine zusammen ein harmonisches Ensemble aus Landschaft, Historie und Kunst. Zweifelsohne begeistert der herrliche Ausblick, der sich dem Besucher vom Rechberg bietet. Die Anlage ist mit einer Gaststätte ausgestattet, die eine Einkehr ermöglicht.
Auf der Straße der Staufer in Richtung Donzdorf ist zur Linken der Stuifen zu sehen. Er ist der höchste der Drei-Kaiser-Berge, blieb jedoch unbesiedelt. Auf der B 466 führt die Route weiter durch Donzdorf (vgl. Route 3). In Süßen biegt man rechts in Richtung Ottenbach ab und kann die Gelegenheit nutzen, von Salach aus die Ruine Scharfeneck zu besuchen (vgl. ebenfalls Route 3).

Weiter geht es nach Ottenbach, durch eine traumhafte Hügellandschaft, die an Italien erinnert. Nicht von ungefähr wird diese Gegend die "Toskana des Stauferlandes" genannt.

Die Straße der Staufer führt damit zurück zum Ausgangspunkt, dem Hohenstaufen.